Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie 2026 ist am Dienstag in sechs regionalen Verhandlungen angelaufen. Erstmals in dieser Tarifbewegung legten die Arbeitgeber nun ein Angebot vor: Die Arbeitgeber bieten eine einmalige Zahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen, tariflichen Jahresbrutto in der Branche zum Juli 2027, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von lediglich 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine Laufzeit bis Ende 2028 an. Gleichzeitig verbinden sie ihr Angebot mit weiteren Forderungen nach einer Ausweitung der Differenzierung und Debatten über Krankenstände. Zur Kostensenkung wollen sie ein betriebliches Instrument zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung einführen.
Die IG Metall weist das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot als unzureichend zurück. Es bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück und enthält keine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze. Die Forderungen der IG Metall lehnten die Arbeitgeber mit ihrem Angebot weiter ab. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld, für eine Laufzeit von 12 Monaten. Zudem will sie Arbeitsplätze und Standorte sichern. In gut laufenden Unternehmen soll es eine tarifliche Gewinnbeteiligung geben. Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und Auszubildende sollen eine soziale Komponente erhalten.
Noch diese Woche, am 31. Oktober, läuft die Friedenspflicht aus. Die IG Metall kündigt an, mit Ablauf der Friedenspflicht durch Warnstreiks den Druck in den Betrieben zu erhöhen, damit die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das den Forderungen gerecht wird.
Das Angebot der Arbeitgeber im Detail
Was die Arbeitgeber bieten:
- Einmalzahlung Mitte 2027: 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos je Tarifgebiet. Automatisch differenzierbar, also nicht für alle sicher, im Juli 2027.
- Tabellenerhöhung: 1,3 Prozent zum 1. Juli 2028.
- Laufzeit: 26 Monate bis Ende Dezember 2028.
Was die Arbeitgeber verlangen:
- Mehr Differenzierung: Die automatische Differenzierung soll ausgeweitet und auf Dauer gestellt werden.
- Krankenstände: Eine tarifliche Verpflichtung zu Gesprächen über Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten.
- Künstliche Intelligenz: Eine tarifliche Verpflichtung zu Gesprächen über den Einsatz von KI.