IG Metall Völklingen zeigt klare Kante Delegiertenversammlung: Keine Einschnitte auf Kosten der Beschäftigten!

Die IG Metall Völklingen hat ihre 10. Ordentliche Delegiertenversammlung der Legislaturperiode 2024–2027 durchgeführt.

Delegiertenversammlung


Im Mittelpunkt standen der Geschäfts- und Kassenbericht, aktuelle sozialpolitische Herausforderungen sowie die strategische Ausrichtung der Gewerkschaft in einer Zeit tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen.


Delegiertenversammlung

Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, eröffnete die Versammlung und machte deutlich, worauf es jetzt ankommt: „Gerade in Zeiten großer Umbrüche zeigt sich, wie wichtig eine starke und handlungsfähige IG Metall ist. Unser Zusammenhalt ist die Grundlage dafür, gute Arbeits- und Lebensbedingungen zu sichern und weiterzuentwickeln.“ Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen – von Transformation der Industrie bis hin zu sozialpolitischen Reformen – betonte er die Verantwortung der Organisation gegenüber ihren Mitgliedern.

Im Geschäfts- und Kassenbericht ging Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, ausführlich auf die aktuelle Lage ein. Dabei stellte er insbesondere die Entwicklungen und Reformpläne im Gesundheitswesen, die aktuelle Industriepolitik und die Tariflandschaft in den Fokus. Ein zentrales Thema war die Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung: „Die stark steigenden Gesundheitsausgaben und ein prognostiziertes Defizit von Milliardenhöhe zeigen deutlich: Die Finanzierung unseres Gesundheitssystems steht unter massivem Druck.“ Desgranges machte deutlich, dass die geplanten Reformen kritisch zu bewerten sind: „Es fehlt an einer echten Strukturreform und einer Überwindung des Zweiklassensystems zwischen GKV und PKV. Aus Sicht der Beschäftigten stehen einzig Leistungskürzungen und Mehrbelastungen auf dem Reformzettel der Regierung. Dies ist Flickschusterei, die nicht lange ausreichen wird und das Problem nicht bei den Wurzeln packt“, so Desgranges.

Neben der Sozialpolitik spielte auch die wirtschaftliche Entwicklung eine zentrale Rolle. Themen wie die Transformation der Industrie, steigender Wettbewerbsdruck und Energiepreise wurden diskutiert. Die IG Metall Völklingen stellte klar, dass der Umbau zur klimaneutralen Industrie sozial gestaltet werden muss. Gleichzeitig brauche es verlässliche politische Rahmenbedingungen – etwa beim Emissionsrechtehandel, dem Industriestrompreis oder beim Schutz vor unfairen Wettbewerbsbedingungen. Aus diesem Grund habe man am 12. Juni 2026, gemeinsam mit der Mitbestimmung von Saarstahl und Dillinger, erneut zu einem großen Stahlaktionstag in Völklingen aufgerufen, an dem sich rund 10.000 Menschen beteiligt haben.

Auch die bevorstehende Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie wirft bereits ihre Schatten voraus. Die Delegierten wurden über die Planungen informiert und somit auf einen intensiven „heißen Herbst“ vorbereitet.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Organisationsentwicklung. Die IG Metall bleibt in den Betrieben und in der Region eine starke Kraft. Neben den Betriebsratswahlen finden im Herbst auch die Wahlen zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen (SBV) statt. Auch hier wird die IG Metall mit starken Kandidatinnen und Kandidaten in den Betrieben antreten.