Die Beschäftigten von Ford Saarlouis, Nemak Dillingen, Nedschroef Beckingen und Nedschroef Fraulautern beteiligten sich an der Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie. Erstmals war im Konflikt um einen Firmentarifvertrag auch die Firma LAKAL aus Lisdorf zum Warnstreik aufgerufen.
Bei insgesamt fünf Warnstreiks am Mittwoch, 04.11.2026, beteiligten sich rund 1.000 Beschäftigte und folgten dem Warnstreikaufruf zur Demonstrationsroute mit Abschlusskundgebung in Dillingen.
Am Gleisdreieck in Dillingen machten die Kolleginnen und Kollegen von Ford, Nemak, Nedschroef und LAKAL deutlich, dass sie hinter den Forderungen der IG Metall stehen und die Angebote der Arbeitgeber sowohl in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie als auch im Konflikt um einen Firmentarifvertrag bei LAKAL ablehnen.
„Wir akzeptieren keine Minustarifrunde und keine Reallohnverluste für unsere Kolleginnen und Kollegen. Die Angebote der Arbeitgeber sind deutlich zu niedrig, die Erhöhungen kommen zu spät und die Laufzeit ist dafür viel zu lang.“, erklärt Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen.
Auch Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Auftretens: „Die Arbeitgeber dürfen sich nicht hinter der schwierigen wirtschaftlichen Lage verstecken. Die Beschäftigten brauchen konkrete Perspektiven und eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg. Wer die Zukunft der Industrie sichern will, muss auch in die Menschen investieren, die sie täglich am Laufen halten. Die Warnstreiks sind ein klares Signal: Wir erwarten Bewegung am Verhandlungstisch.“
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sowie eine faire Beteiligung der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen.
LAKAL: Erstmals Warnstreikaufruf in der Unternehmensgeschichte
Auch bei der LAKAL GmbH spitzt sich die Tarifauseinandersetzung zu. Der Betrieb ist erst seit 2018 tarifgebunden und die Entgelte bei LAKAL liegen deutlich unter dem Niveau des Flächentarifvertrages. Die IG Metall Völklingen fordert dort eine Erhöhung aller Entgeltgruppen pauschal um 350 Euro.
„Das ist bitter notwendig“, erklärt Daniel Spengler, Verhandlungsführer der IG Metall Völklingen. „Unser Ziel ist es, das Tarifniveau bei LAKAL schrittweise an den Flächentarifvertrag heranzuführen. In der Vergangenheit ist uns das in kleinen Schritten gelungen. Jetzt blockieren die Arbeitgeber diese Entwicklung. Deshalb sind die Beschäftigten erstmals seit Bestehen des Unternehmens dazu aufgerufen, sich an Warnstreiks der IG Metall zu beteiligen.“
Für die IG Metall Völklingen steht fest: Gute Arbeit muss fair bezahlt werden. Die Beschäftigten erwarten Anerkennung, sichere Arbeitsplätze und verlässliche Zukunftsaussichten für ihre Betriebe.
Wichtig sei, die Einkommen zu stabilisieren, Kaufkraft in Deutschland, aber auch in Europa zu erhalten und mit einer Stabilisierung der Nachfrage auch eine Kehrtwende innerhalb der Industrielandschaft zu erreichen.