11. ordentliche Delegiertenversammlung Mitbestimmung stärken, Industrie sichern, Zukunft gestalten!

Am 29. September 2026 fand im Gemeindehaus Diefflen die 11. Ordentliche Delegiertenversammlung der IG Metall Völklingen in der laufenden Amtsperiode 2024 – 2027 statt.

IG Metall Völklingen

29. September 2026 29. September 2026


Die Delegiertenversammlung der IG Metall Völklingen hat sich am 29. September mit den aktuellen Herausforderungen für Beschäftigte, Betriebe und die Gewerkschaft befasst. Im Mittelpunkt stand die wirtschaftliche Entwicklung, die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie, die Zukunft der Stahlindustrie sowie die Stärkung der Mitbestimmung und des Sozialstaates.

Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, begrüßte die rund 100 Delegierten und Gäste im Gemeindehaus Diefflen. Diskutiert wurde über die aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Herausforderungen.

Breiten Raum nahm die Diskussion um die Zukunft der Stahlindustrie ein. Die Delegierten befassten sich mit den Auswirkungen der Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion sowie mit den aktuellen deutschen und europäischen Debatten zu einer möglichen Neuausgestaltung des Emissionshandels.

„Die Transformation kann nur erfolgreich sein, wenn sie von Vertrauen und politischer Verlässlichkeit ausgehen kann. Eine Anpassung beim europäischen ETS-System muss daher immer die Unternehmen schützen und stützen, die sich rechtzeitig auf den Weg in die Klimaneutralität gemacht haben. Klimaschutz und sichere Industriearbeitsplätze dürfen keine Gegensätze sein“, so Lars Desgranges, erster Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen.


DV

Mitbestimmung ist Teil der Lösung

Ein Schwerpunkt der Debatte war die Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung. Die Delegierten kritisierten Bestrebungen von Arbeitgeberverbänden, Mitbestimmungs-rechte einzuschränken oder zu schwächen.

Die Versammlung machte deutlich, dass Betriebsräte und Arbeitnehmervertretungen insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unverzichtbar sind. Sie sorgen für Transparenz, begleiten Veränderungsprozesse im Sinne der Menschen innerhalb der Betriebe.

„Wer Mitbestimmung abbauen will, greift eine der größten Stärken unseres Wirtschaftsstandortes an. Gute Lösungen entstehen nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg, sondern mit ihnen gemeinsam“, so Desgranges weiter.

Tarifrunde 2026: Beschäftigte erwarten faire Lösungen

Intensiv diskutiert wurde auch die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die Delegierten informierten sich über die Beschlüsse der Tarifkommission sowie die nächsten Verhandlungstermine. Die IG Metall geht von einer schwierigen Tarifrunde aus, da die Situation in den Betrieben unterschiedlicher kaum sein könne. Während die Automobilindustrie weiter im Krisenmodus sei, kämen Rüstungskonzerne und auch die Luft und Raumfahrt bei den Auftragsbeständen kaum hinterher.

Die IG Metall geht mit einer Forderung von 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von 12 Monaten in die Tarifrunde. Zudem soll es eine tarifliche Beschäftigungssicherungsmöglichkeit geben sowie eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in den Betrieben, in denen es besonders gut läuft. Auch eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen und für die Auszubildenden wird gefordert.

Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern ist für den 9. Oktober in Frankfurt geplant. Die Friedenspflicht endet am 31.10.2026.

„Auch unsere Kolleginnen und Kollegen benötigen Stabilität und Sicherheit, was ihre Einkommen betrifft, gerade in Zeiten mit Inflationsraten von zuletzt über 3 Prozent. Wir bereiten uns in allen Betrieben auf eine harte Auseinandersetzung vor, in der Hoffnung, dass wir sie am Ende nicht führen müssen“, so Lars Desgranges

Einsatz für einen starken Sozialstaat

Darüber hinaus beschäftigte sich die Delegiertenversammlung mit den Perspektiven der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Delegierten bekräftigten ihre Unterstützung für ein stabiles Rentenniveau und für gerechte Übergänge in den Ruhestand.

Positiv hervorgehoben wurde die große Beteiligung am DGB-Aktionstag für einen starken Sozialstaat am 26.09.2026. Die Versammlung wertete dies als deutliches Signal für soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Es ist ein eindeutiges Zeichen, wenn bundesweit rund 175.000 Menschen auf die Straße gehen und deutlich machen, was sie von den aktuellen Reformdebatten der Bundesregierung halten. Die Botschaft ist klar: Die Menschen erwarten einen starken Sozialstaat, der Sicherheit bietet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt“, erklärte Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen.